© privat

John Sinclair-Autorin Marlene Klein

Liebe Sinclair-Fans und Gelegenheitsleser (die hoffentlich dann große Fans und Stammleser werden)!

Mit Band 2201 („In schwarzer Tiefe“) erschien der erste von mir geschriebene John-Sinclair-Roman. Aber wie kam es überhaupt dazu? Dazu muss ich etwas länger ausholen und möchte Euch ein paar Informationen zu mir preisgeben.

Mein Name ist Marlene Klein, manche von euch kennen mich noch als „Leni“ aus dem Bastei-Forum. Ich bin Jahrgang 1975, und im Gegensatz zu unserem Lieblingsgeisterjäger werde ich auch jedes Jahr ein wenig älter. Damit kann man hadern, aber es ist wie es ist. Ich lebe in der schönen Wetterau in Hessen, eine Gemeinsamkeit mit Rafael Marques. Also Hessen, nicht die Wetterau. Ich habe zwei Söhne im Teenageralter, die mein ganzer Stolz sind, gerade weil sie sich nicht wirklich über die in ihren Augen „verrückten“ Hobbies ihrer „alten“ Mutter beschweren.

Ich spiele zum Beispiel Theater im Verein und schlüpfe in alle möglichen Rollen. Ich höre ihrer Meinung nach „unmögliche“ Musik (Howard Carpendale, Peter Maffay, HIM …), fahre für ein HC-Konzert auch mal durch halb Deutschland. Ich liebe Gruselliteratur, Vampire und John Sinclair und habe Totenköpfe in meinem Wohnzimmer.

Mein allergrößtes Hobby ist jedoch Lesen! Eigentlich seit ich es kann; ich habe mich schon als Kind in Bücher vertieft. Es muss so in der siebten oder achten Klasse gewesen sein, als mir eine Klassenkameradin ein Bastei-Heft in die Hand drückte: John Sinclair. Ich kann heute leider nicht mehr sagen, welche Nummer das war, irgendwas in den 800ern, aber ich kann euch noch genau das Gefühl beschreiben, als ich meinen ersten John las: Ich war gruselig fasziniert. Regelrecht geflasht. Diese Dosis brauchte ich jede Woche.

Leider ebbte mein Interesse nach etwa hundert Romanen, beziehungsweise zwei Jahren etwas ab. Ob die Schule mich forderte oder reale Männer dann interessanter wurden, weiß ich im Rückblick nicht zu sagen. Jedenfalls blieb ich dem Lesen, allerdings nicht unserem Geisterjäger, treu.

Jahre später, mein großer Sohn muss so ein oder zwei Jahre alt gewesen sein, fiel mir ein Hardcover in die Hand: „Die Rückkehr des Schwarzen Tods“ (Erscheinungsjahr 2003). Grinsend wurde das gekauft und verschlungen. Und was soll ich sagen: Es war, als ob man gute Freunde, die man lange nicht gesehen hat, wiedertrifft.

Ich war sofort erneut mit Feuereifer dabei. Seitdem habe ich keinen Roman verpasst und viele ältere Abenteuer zeitgleich nachgelesen. Meine Sammlung wuchs und wuchs, inzwischen fehlen mir nur noch zwölf Romane, dann habe ich alle Hefte in meinem Regal.

Der nächste große Schritt in Richtung eigenes Heft war die JS-Convention 2016. Ich war knapp über vierzig, die Jungs relativ selbstständig, und ich hatte ein wenig Zeit. Ich sah die ganzen Autoren auf der Bühne und dachte: Das will ich auch!

Vor der Convention wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass dies überhaupt möglich wäre. Jason Dark war für mich der Göttervater des JS-Universums und ist das eigentlich bis heute! Aber ich hatte mir schon so oft in meiner Fantasie ausgemalt, wie „mein“ John den ein oder anderen Fall gelöst hätte oder wie ein ganz besonders gefährlicher Gegner aussehen könnte, dass die Möglichkeit, diese Ideen zu Papier bzw. in den Laptop zu bringen, mich an diesem Tag geradezu ansprang.

Dummerweise hatte ich keinerlei Schreiberfahrung. Dafür war ich aber hochmotiviert! Eine meiner ersten Kurzgeschichten, „Fiktionale Realität“, habe ich übrigens Florian Hilleberg alias Ian Rolf Hill gewidmet und ihm geschenkt. Ich glaube, er mochte sie. ☺

So ermutigt, schrieb ich JS-Kurzgeschichten, die auf der Leserseite veröffentlicht wurden. In Heft 2021 „Der Fehler“, in Band 2037 und 2038 „Der Blutbund“ und ein Zwiegespräch zwischen Bill und seiner damals toten Sheila in Band 2053. Nachdem dieser Meilenstein also auch erreicht war, musste es weitergehen. Einen Roman! Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, irgendwann einen JS-Roman zu veröffentlichen. Und wie ihr ja von Jane und Glenda wisst, können Frauen sehr hartnäckig sein, wenn sie sich etwas in den Kopf setzen. Auch wenn es in diesem Fall die Sichtweise eines männlichen Autors wiedergibt, hat es doch irgendwo einen wahren Kern, was ich als Frau bestätigen kann. Inzwischen sind dem Roman „In schwarzer Tiefe“ noch weitere Sinclairs gefolgt, die definitiv nicht die letzten gewesen sein werden. Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als weiterhin meinen Lieblingsheld von mir erdachte Abenteuer erleben zu lassen.

Eure Marlene (Leni)


Steckbrief

  • Mein Kindheitstraum:

Neben dem Studium der Archäologie stand tatsächlich Autor auf meinem Wunschzettel. 50% geschafft, ist doch eine ordentliche Quote.

  • Warum ich Autor wurde:

Kindheitstraum, siehe oben. :)

  • Was der Beruf mir bedeutet:

Ungeheuer viel! Ein wahrgewordener Traum.

  • Mein erster Job:

Angestellter im öffentlichen Dienst. Das bin ich auch heute noch.

  • Welchen Bezug ich zu John Sinclair habe:

Der Geisterjäger begleitet mich seit meiner Grundschulzeit. Und die liegt immerhin schon ein paar Jahrzehnte zurück.

  • Mein Lieblingsgegner bei John Sinclair:

Tatsächlich oft das „Monster der Woche“. Bei den wiederkehrenden bin ich Fan des Schwarzen Tods und der Mordliga. Wie ganz viele Fans eben. :)

  • Meine größte Herausforderung beim Schreiben bisher:

Immer wieder gegen die Zweifel ankämpfen, ob das auch spannend und gut genug ist, was ich schreibe. Bei jedem neuen Roman.

  • Mein Lieblingslied:

Take on me – a-ha

  • Mein Lieblingsfilm:

Die Kunst des negativen Denkens. Herrlich abgedrehte Feel-bad-Komödie.

  • So entspanne ich:

Mit einem Buch im Schaukelstuhl, ein Malzbier in Griffweite.

  • Worauf ich stolz bin:

Auf jede neue Veröffentlichung als Autor. Und wenn ich beim Badminton ab und zu noch mal einen nur halb so alten und halb so schweren Gegner zur Verzweiflung treibe.

  • Mein Laster:

Naschsucht! Weder süß noch salzig ist vor mir sicher. Und Kaffee mit pervers viel Milch und Zucker.

  • Wen ich bewundere:

Alle Menschen, die tun, was sie lieben und lieben, was sie tun.

  • Meine Inspiration:

Schwer zu sagen. Manchmal reicht ein Begriff, der mir durch den Kopf geht, um daraus eine Romanidee zu schmieden.