Lern die Serien-Figuren aus SINCLAIR kennen!

SINCLAIR erzählt die Entstehungsgeschichte des Geisterjägers völlig neu – in einem düsteren und zeitgenössischen London.

Hier lernst du die Figuren der Serie besser kennen. Es erwarten dich spannende Hintergrundinfos – ganz gleich, ob du SINCLAIR schon gehört hast oder als Neuling in diesen Part des John Sinclair-Kosmos einsteigen möchtest. Eine kurze Warnung an alle, die Staffel 1 noch nicht gehört haben: Spoiler-Alarm!

Die Steckbriefe erscheinen von nun an regelmäßig hier. Dazu erzählen die Serien-Produzenten Dennis Ehrhardt und Sebastian Breidbach:

Neben dem Mystery-Aspekt hat vor allem die Figurenzeichnung bei der Entwicklung der neuen SINCLAIR-Serie großen Raum eingenommen. Wie lebensecht die Charaktere geworden sind, zeigen auch die zahlreichen Fragen, die uns immer wieder erreichen. Warum hat Sadako Shao eine solche Wut auf die Welt? Warum ist Zuko Gan so zurückhaltend? Und haben die „verlorenen zwei Wochen“, die John Sinclair unter dem Einfluss des Würfels verbracht hat, auch seinen Charakter verändert?

Auf einige der Fragen werden wir in diesem Figuren-Glossar eingehen, dessen Einträge regelmäßig hier und auf der JOHN SINCLAIR-Facebookseite ergänzt werden.


Was bisher geschah...

Hört zum Start der zweiten Staffel "SINCLAIR - Underworld" eine Zusammenfassung der Geschehnisse aus Staffel 1 "Dead Zone".
Oder zum Selberlesen als PDF.


Glenda Perkins

In der Originalserie ist Glenda Perkins berühmt für ihren Kaffee. In unserer Neuinterpretation von SINCLAIR ist sie dafür eher berüchtigt. Glendas Kaffee ist so stark und schmeckt so schrecklich, dass niemand auf der gesamten Etage des Murder Investigation Team davon trinken mag. Da man ihr diese Wahrheit rücksichtsvoll verschweigt, unterlässt sie es jedoch nicht, jedem auch weiterhin großzügig davon anzubieten – einschließlich Detective Constable Sadako Shao, als diese neu in das Team aufgenommen wird.

Auch sonst wirkt Glenda eher wie ein Gegenteil ihres Originals. Shao beschreibt sie in Buch 1 bzw. Hörspiel-Staffel 1 als nerdigen „Tomboy“, also eine (junge) Frau mit eher männlichen Charaktereigenschaften. Zum Beispiel interessiert Glenda sich für Computer-Technik und hackt sich im Dienste der Ermittlungen durchaus mal illegal in ein fremdes E-Mail-Postfach ein, während sie darüber glatt ihre Freizeit und auch die eine oder andere nötige Dusche vergisst. So weit, so klischeehaft. Aber hinter den Pizzakartons auf ihrem Schreibtisch gedeiht auch ein hübscher Drachenbaum, den sie mit Leidenschaft pflegt. Und sie schenkt Shao zum Dienstantritt eine selbstgeschriebene Postkarte (natürlich mit Eselsohren, die zufällig hineingeraten sind). Vielleicht ist Glenda also doch sensibler, als so mancher Detective auf dem Revier nach einem oberflächlichen Blick glauben mag ...? Doch selbst in diesem Fall wird sie nach Shaos Aussage wohl niemals zu einer Frau werden, die ihre „Umgebung mit Nagellackgestank terrorisiert.“ Na, Gott sei Dank! :-)


JAMES POWELL

„Aussehen: Graumelierte Haare, unübersehbare Ansätze zu Geheimratsecken, untersetzt, Pollunderträger – Charakter: auf Ausgleich und Fairness bedacht, Vaterfigur, enthaltsam, bis auf eine (heimliche) Zigarre ab und an.“

So lautete Powells Beschreibung in den unseren ersten Entwürfen des Serienexposés zur neuen SINCLAIR-Serie. Vom untersetzten Pollunderträger ist in den Büchern und Hörspielen allerdings nichts mehr übriggeblieben. Stattdessen trägt Powell nun mit Vorliebe graue Anzüge und ist das, was man unter Kollegen einen „harten Hund“ nennt – ein Mann, der den Mut hat, vorauszugehen und schwierige Entscheidungen zu treffen. Nicht zufällig spekulieren Mitarbeiter des Murder Investigation Team auf dem Revier Forest Gate sogar über eine Vergangenheit Powells in Militär oder Geheimdienst, aber in seiner Akte ist dazu natürlich nichts zu finden. Und Powell schweigt beharrlich ...

Auch über das Privatleben des Detective Superintendent wissen wir bisher recht wenig. Zu Beginn des ersten Buches „Dead Zone“ wird lediglich ausgesagt, dass er die Villa seiner Eltern im Colebrooke Drive geerbt hat, „einer kleinen Seitenstraße jenseits der Wandstead-Wiesen, in Sichtweite des Cricket-Areals. Er hatte sie saniert, ohne auch nur ein einziges Mal die Nummer eines Handwerkers zu wählen.“ James Powell ist also offenbar ein leidenschaftlicher Heimwerker – sofern seine Stellung als Leiter des Murder Investigation Team dies zeitlich zulässt. Und er liebt Zigarren. Und zwar, anders als im ersten Entwurf, zu oft und zu viele davon. Jedenfalls, bis er zum Jahreswechsel 2018/2019, dem Startzeitpunkt der neuen Serie, gute Vorsätze fasst. Seitdem bleibt der Humidor auf seinem Schreibtisch zu – und drei bis vier Packungen „Chesterfield“ pro Tag helfen, die Entzugserscheinungen zu lindern.

Auf den wichtigsten Unterschied zur Originalserie dürfte das fehlende „Sir“ im Namen hinweisen. Unser James Powell verfügt weder über einen Titel noch über die legendären politischen und gesellschaftlichen Verbindungen des gleichnamigen Charakters der Originalserie. Er kann nicht mal eben den Präsidenten von Indonesien oder den russischen Innenminister anrufen und zur Hilfe im Kampf gegen das Übersinnliche verpflichten. Im Gegenteil, schon in der ersten Staffel von SINCLAIR bekommt Powell Druck von allen politischen Seiten, sodass Shao und Zuko gezwungen sind, auf eigene Faust zu ermitteln ... ein Zustand, an dem sich auch durch die Rückkehr von John Sinclair in Staffel 2 wenig ändern wird ...


JOHN SINCLAIR

34 Jahre alt, dunkelblond, schlank, sportlich, kein nennenswertes Privatleben, keine nennenswerten Beziehungen oder Vermögen – so lautet die Selbstbeschreibung von Detective Inspector John Sinclair, seines Zeichens Mordermittler innerhalb des 50-köpfigen Murder Investigation Team unter Leitung von Detective Superintendent James Powell am Revier Forest Gate in Newham.

Kollegen würden John wohl eher als Einzelgänger bezeichnen. Er lebt allein in einem Haus in der Dames Road im Norden des Stadtteils Newham – dem einzigen Grundstück mit einem Dschungel als Vorgarten, wie seine neue Partnerin Detective Constable Sadako Shao bei einem Besuch feststellt: „Ein halbes Dutzend Rankhilfen waren als Gartenzaun zweckentfremdet und sahen aus wie Sperrmüll, den jemand auf die Sträucher geworfen hatte.“ Als „Dienstwagen“ fährt John aus praktischen Gründen einen ausgemusterten Ford Focus, den er sich nicht mit anderen Kollegen teilen muss.

Johns berüchtigter Hang zum Eigenbrötlerischen verstärkt sich noch, nachdem er an Heiligabend 2018 einen mutmaßlichen Mörder bis in einen finsteren Winkel des Londoner Hafengeländes verfolgt hat. An Bord der Baltimore stößt John auf einen riesigen, mit geheimnisvollen Symbolen beschrifteten Würfel. Der Würfel verschwindet spurlos, als die Baltimore wenige Augenblicke darauf explodiert – und taucht zwei Wochen später südlich der Themse zusammen mit John Sinclair unversehrt in der rätselhaften Anlage unterhalb des Abteigeländes von Abbey Wood wieder auf.

Sinclair kann sich nicht daran erinnern, was er während der „verlorenen“ zwei Wochen erlebt hat – außer an bruchstückhafte Bilder einer bizarren Konstruktion inmitten einer öligen schwarzen Flut. Hat er das Innere des Würfels zu Gesicht bekommen? In welcher Beziehung steht das Artefakt zum Auftauchen jener körperlosen Wesen, die London seit der Explosion der Baltimore unsicher machen? Offenbar waren die Ereignisse auf der Baltimore nur der Auftakt eines epischen Kampfes, in dem John Sinclair sich bald im Auge des Sturms wiederfindet ...


Sadako Shao

Detective Constable Sadako Shao (eigentlich Shāo geschrieben) ist 1,68 m groß und 31 Jahre alt. Sie wurde Detective Sergeant Zuko Gan nach John Sinclairs „Tod“ zu Beginn der Serie als neue Partnerin zur Seite gestellt. Shao hasst ihren japanischen Vornamen Sadako, der je nach Auslegung mehrere Bedeutungen haben kann, z. B. „Das glücklich werdende Kind“. Nach Shaos Logik bedeutet dies jedoch nur, dass das Kind jetzt also traurig ist, darum lässt sie sich lieber mit ihrem Nachnamen rufen. Seit Shao denken kann, hat sie um Anerkennung gekämpft: als asiatisches „Bastardkind“ bei den weißen und schwarzen Gangs in ihrem Viertel Canning Town, in dem der Großteil der ersten SINCLAIR-Staffel „Dead Zone“ spielt – aber auch als ungeliebtes Kind ihrer depressiven japanischen Mutter Itō Amaya. Amaya bedeutet „Regennacht“: sehr passend, wie Shao spöttisch urteilt. Über ihren chinesischen Vater Shao Ning weiß Shao nichts, weil ihre Mutter immer wieder neue Geschichten über ihn erfindet: manchmal war er ein Verbrecher, dann wieder ein reicher Geschäftsmann. Shao vermutet, dass er tot ist, hat es jedoch aufgegeben, ihre Mutter dazu zu befragen und vor Jahren den Kontakt zu ihr abgebrochen. Zaghafte Versuche eigener Nachforschungen hat sie schnell wieder aufgegeben – aus Furcht vor einer neuen Enttäuschung.

Shaos kümmerliche „Ersatzfamilie“ hat nur ein einziges Mitglied: den Callboy Antwon, der um ihre Geschichte weiß. Ihr ist klar, dass sie für Antwon in erster Linie eine Kundin ist, trotzdem stellt sie sich hin und wieder vor, mit ihm zusammen zu sein. Wie es wäre, einem anderen Menschen wirklich zu vertrauen. Wahrscheinlich vor allem schmerzhaft, glaubt sie. Ihren Kollegen im Forest Gate erscheint Shao unkonventionell, eigenwillig und dickköpfig. Unter der schroffen Fassade sehnt sie sich jedoch nach der Harmonie und Geborgenheit, die sie in ihrer Familie nie erlebt hat. Das Ergebnis ist ein manchmal sprunghaftes und nur scheinbar widersprüchliches Verhalten. Um mit Shao zusammenzuarbeiten, braucht es vor allem ein dickes Fell. So wie es John Sinclair, James Powell und Zuko Gan besitzen. Letzterem werden wir uns im nächsten Eintrag des Figuren-Glossars widmen.


Zuko Gan

Detective Inspector Gan Zuko, schlank, schwarzhaarig, 35 Jahre alt, ist chinesischer Abstammung, aber in London geboren. Als praktizierender Buddhist lebt er nach den Regeln des Shaolin, d. h. er ernährt sich sehr ausgewogen, meditiert regelmäßig und nutzt seine Kampfsporterfahrung ausschließlich zur Selbstverteidigung im Notfall. Zukos Eltern leben in Chinatown, zusammen mit einigen Verwandten. Besonders engen Kontakt hat Zuko zu einem 14-jährigen Neffen namens Tian, der in das kriminelle Milieu abzurutschen droht.

Mit seiner Ausgeglichenheit bildete Zuko stets den Gegenpol zu seinem eher impulsiven, zupackenden Partner Detective Inspector John Sinclair. Nach Sinclairs „Tod“ am Weihnachtsabend 2018 wird Zuko von Superintendent James Powell eine neue Partnerin zugeteilt: Detective Constable Sadako Shao, die sich zusammen mit Zuko auf die Suche nach Johns Mördern macht. Die Zusammenarbeit währt allerdings nur wenige Tage. Am Ende der ersten Staffel „Dead Zone“ gerieten Shao und Zuko auf dem Gelände der Abtei St. Lesnes in einen Hinterhalt, und Zuko fiel einer Kugel zum Opfer.

In Staffel 2 wendet sich Tians alleinerziehende Mutter Shenmi deshalb an Shao und bittet sie, an Zukos Stelle ein Auge auf Tian zu haben. Shao sagt widerstrebend zu – ohne zu ahnen, welche Auswirkungen diese Entscheidung auf die Ermittlungen im Fall „Baltimore“ und die Jagd nach dem unheilvollen Würfel hat ...